Kodierempfehlung Nr. 53

Schlagwort: Intubation, schwierig, misslungen
Erstellt: 2006-02-28
Aktualisiert: 2019-01-01
DRG:
ICD: T88.4
OPS:

Problem/Erläuterung:
Wann darf T88.4 Sonstige Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung, anderenorts nicht klassifiziert, Misslungene oder schwierige Intubation als Nebendiagnose kodiert werden?

Kodierempfehlung:
Eine Intubation wird in der Fachliteratur dann als schwierig bezeichnet, wenn die direkte und vollständige Sicht auf den Kehlkopfeingang trotz optimaler Beugung des Halses und Streckung des Kopfes, mehrerer Versuche, Einsatz unterschiedlicher Laryngoskopspatel, äußeren Drucks auf den Kehlkopfein-gang, kompletter Muskelrelaxierung des Patienten und Hinzuziehen weiterer erfahrener Anästhesisten nicht erreicht werden kann. Nach dem ASA - Algorithmus für den schwierigen Atemweg wird für die Definition der schwierigen Intubation noch die Anzahl der Intubationsversuche (> 3 Versuche) und die Dauer für das korrekte Einführen des Endotracheal-tubus (> 10 Minuten bei konventioneller Laryngoskopie) herangezogen. Zur Beurteilung ist das Narkoseprotokoll (einschließlich Prämedikations-protokoll) erforderlich. Das Prämedikationsprotokoll kann Aufschluss darüber geben, ob die Diagnose einer schwierigen Intubation bereits anamnestisch bekannt war oder ob sich im Rahmen der Prämedikation Hinweise auf eine zu erwartende schwierige Intubation ergaben. Eine tatsächlich schwierige Intubation muss auf dem eigentlichen Protokoll über Narkose und Operation vermerkt und mit Text beschrieben sein. Es muss ersichtlich sein, welche Maßnahmen zur Bewältigung des Problems mit welchem Erfolg getroffen wurden, wie viele Intubationsversuche unternommen wurden, wie viel Zeit zwischen Narkoseeinleitung und Intubation vergingen und ob mehrere Ärzte beteiligt waren. Bei schwierigen Intubationen können technische Hilfsmittel zur Anwendung kommen, z. B.: • Fiberendoskopische Intubation • Intubation mit der Intubationslarynxmaske • Intubation mit dem Kombi-Tubus • Verwendung von speziellen Laryngoskopen • Notfallrohr • Koniotomie Hinweis: Im Jahr 2012 wurde T88.4 aus der CCL-Matrix gestrichen. Siehe auch Kodierempfehlung 403.