Kodierempfehlung Nr. 366

Schlagwort: Mastopexie, Mamma, Therapie, brusterhaltend
Erstellt: 2010-10-28
Aktualisiert: 2019-01-01
DRG:
ICD:
OPS: 5-886.2 5-870

Problem/Erläuterung:
Bei stanzbioptisch gesichertem Mammakarzinom wird eine brusterhaltende Operation durchgeführt. Im Operationsbericht ist vor dem Wundverschluss die Gewebestraffung an der Mamille (mittels „Pexie-Naht“) dokumentiert. Rechtfertigt das die zusätzliche Kodierung von OPS 5-886.2 Andere plastische Rekonstruktion der Mamma, Mastopexie neben dem brusterhaltenden Primäreingriff zur Behandlung des Mammakarzinoms?

Kodierempfehlung:
Für Fälle bis einschließlich 2011 gilt: Die Durchführung von so genannten Pexie-Nähten im Rahmen einer brusterhaltenden Therapie rechtfertigt nicht die zusätzliche Kodierung von 5-886.2. Mastopexie bezeichnet die Straffung der gesamten Brust (z. B. bei Ptosis), nicht aber eine Teilstraffung (an der Mamille oder intramammär). Bei der „Pexie“-Naht handelt es sich um eine Prozedurenkomponente des Primäreingriffs, die nicht gesondert verschlüsselt wird. Dies gilt analog für Eingriffe bei gutartigen Mamma-Tumoren. Für Fälle ab 2012 gilt: Ab 2012 sind die Änderungen des OPS im Bereich Operationen an der Mamma (5-87…5-88) zu berücksichtigen. Ab 2012 ist im vorliegenden Fall der Eingriff mit einem Kode aus 5-870 Partielle (brusterhaltende) Exzision der Mamma und Destruktion von Mammagewebe zu verschlüsseln. Die Durchführung einer Mastopexie, die im vorliegenden Fall nicht erkennbar ist, ist auf der 6. Stelle mit -3 Defektdeckung durch tumoradaptierte Mastopexie zu kodieren. Voraussetzung dafür ist, dass sie der Definition im OPS entspricht. Der OPS-Kode 5-886.2 ist ab 2012 der Mastopexie als selbständigem Eingriff vorbehalten.